Rhodos, die „Perle des Mittlemeeres“ wie diese Insel auch genannt wird, blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Bereits in der Antike war Rhodos auf Grund der Lage zwischen den drei Kontinenten Europa, Asien und Afrika ein bedeutender Handelsplatz und entwickelte sich durch die verschiedenen Einflüsse der Kulturen, die auf der griechischen Insel aufeinandertrafen zu einem wichtigen kulturellen Zentrum.
Bereits in der Antike wurde auf der Insel Rhodos Weinbau betrieben. Vermutlich wurden die Kenntnisse, die zur Rebkultivierung und zur Traubenverarbeitung benötigt wurden von den Phönikern auf die Insel gebracht. Bereits im 7. Jahrhundert vor Christus hatte sich Rhodos zu einem bedeutenden Weinexporteur entwickelt, dessen Weine in viele verschiedene antike Länder verschifft wurden.
Das milde Klima, das auf der Insel vorherrscht, bietet ideale Voraussetzungen für den Weinbau, denn die rund 300 Sonnentage im Jahr verwöhnen die Trauben. Besonders im Winter gibt es Niederschläge und immer wieder kühlende Winde.
Die Rebfläche von Rhodos beträgt etwa 1.800 Hektar, die sich auf drei Appellationen verteilt. Es werden in erster Linie die Sorten Muscat Blanc, Athiri und Amorgiano kultiviert. Allerdings werden auf Rhodos längst nicht alle Trauben für die Weinherstellung verwendet, sondern kommen auch als Tafeltrauben, Traubensaft oder Most auf den Markt.
Aus der Muscat Blanc-Traube wird ein süßer Dessertwein hergestellt, der den Namen Muscat von Rhodos trägt. Aus der weißen Sorte Athiri werden trockene und charaktervolle Weißweine gekeltert, die die Bezeichnung Rhodos White tragen. Der Rhodos Red wird aus der roten Rebsorte Amorgiano hergestellt. Diese rote Rebsorte wird auf Rhodos auch Mandilaria genannt und bedeckt rund 600 Hektar der gesamten Rebfläche der Insel.
Sehr bekannt ist auch der Retsina, ein Weißwein, der bereits im antiken Griechenland erzeugt wurde. Es handelt sich im einen geharzten, herben Wein, der hervorragend zur griechischen Küche passt. Durch das meist heiße Klima stand der Weinbau in Griechenland bereits in der Antike vor dem Problem der Haltbarkeit, sodass die Amphoren, in denen der Wein gelagert wurde mit Harz abgedichtet wurden, dieses Harz gab dem Wein einen besonderen und unverwechselbaren Geschmack, sodass einige Weine heute noch immer geharzt werden, um diesen traditionellen Geschmack zu erzielen.
Inzwischen ist der auf Rhodos gekelterte Wein nicht mehr nur auf der Insel bekannt, sondern macht sich auch auf dem griechischen Festland und in anderen europäischen Ländern einen Namen. Die Beliebtheit dieser Weine ist wohl in erster Linie auf ihren ganz besonderen Geschmack zurückzuführen, der sie von anderen Weinen deutlich abgrenzt.